Zweit-PC für Livestreams – Teil 1 (Hardware)

Wer live streamt oder vorhat dies zu tun muss verschiedene Sachen ausprobieren und beachten. Um euch ein wenig zu helfen gibt es ab sofort unregelmäßig regelmäßig neue Teile bezüglich des Livestreamings. Wir haben bei A an und hören bei Z auf. Spätestens dann solltest du in der Lage sein deinen eigenen Livestream vernünftig zu verwalten.

Kurz vorweg: es geht hier primär um Spiele, die in einem kleinen Livestream verarbeitet werden sollen. Natürlich können auch andere Dinge gestreamt werden. Allerdings gehe ich darauf nicht weiter ein.

Teil 1 – die Hardware

Kein Livestream ohne entsprechende Hardware. Da es hier um einen speziellen Zweit-PC für das Livestreaming geht lasse ich den Hauptrechner einfach weg. Dieser benötigt lediglich einen HDMI-Ausgang und optimalerweise Lautsprecher am Bildschirm oder die Möglichkeit dort Kopfhörer anzuschließen, damit man den Ton des Spieles auch hören kann. Natürlich kann statt einem Hauptrechner auch eine Konsole z.B. XBOX oder Playstation verwendet werden. Das hängt vom HDMI-USB Converter ab.

Möglichst Ressourcenschonend

Der Zweit-PC läuft Tag und Nacht, also immer wenn du gerade Online bist. Deswegen ist es wichtig einen PC zusammen zu stellen der möglichst wenig Energie verbraucht. Ich habe noch einen alten Mini-ITX Server parat, wo Netzteil und Festplatte schon vorhanden sind. Das Mainboard tauschen wir aus und eine neue Grafikkarte bauen wir zusätzlich ein.

Der Intel Core i3 – 4130T ist unser Prozessor der Wahl. Er ist günstig (125€) und hat genügend Leistung (Dual Core, 2,9Ghz, Hyper-Threading). Außerdem unterstützt er eine Technik namens Quick Sync H.264 – die wir für das flüssige Encoding des Videostreams benötigen. Ohne hätten wir eine CPU-Auslastung von dauerhaft 100% (und ein ruckeliges Video) und mit eine von ca. 30% dauerhaft. Damit verbleiben noch genug Ressourcen für andere Aufgaben (z.B. Teamspeak, …).

Als Mainboard benutze ich das Asus H81l-PLUS für ungefähr 80€. Da es eines der neueren Mainboards ist haben wir dort schon ein (für mein Empfinden) bescheuertes UEFI-Bios. Dies ist von der Bedienung aber generell einfacher und dadurch auch für nicht so technisch affine Menschen geeignet.

2GB Arbeitsspeicher sind für unsere Anforderungen vollkommen ausreichend. Damit läuft Windows 8 ohne Probleme und das Aufnahmetool auch. Der DDR3-1300 Arbeitsspeicher kann bereits ab 20€ erworben werden.

Als sekundäre Grafikkarte (damit die interne ohne Störungen rechnen kann und wir bei Bedarf mehrere Monitore anschließen können) habe ich mir die ZOTAC GeForce GT 610 Synergy zugelegt. In der Verpackung befinden sich auch Rahmen um die Karte in ein Low-Profile Format anzupassen. Damit passt die Karte auch in kleine Gehäuse. Der PC soll ja möglichst nicht auffallen. Der Lüfter ist moderat und kaum zu hören. Da ist der Lüfter vom Netzteil bei mir lauter. Im Gegensatz zu meinem Gaming-PC ist der Zweit-PC generell unhörbar. Als kleiner Hinweis: Im Bios muss dann zwanghaft die externe UND die interne Grafikkarte aktiviert werden. Andernfalls steht euch Quick Sync H.264 nicht zur Verfügung.

Als Gehäuse benutze ich irgend ein Standard-Gehäuse mit integriertem Netzteil. Da könnt ihr einfach bei Amazon oder Alternate schauen um etwas passendes zu finden. Um die 50€ sollte man für Netzteil + Gehäuse allerdings schon einplanen, wenn man etwas vernünftiges haben möchte. Besonders das Netzteil sollte nicht zu günstig ausfallen.

Für den PC selbst fehlt jetzt nur noch eine Festplatte. Empfehlen kann ich die WD Green Serie mit 2TB oder 3TB Kapazität. Ich habe davon selber zwei verbaut. Aufnahmen der Livestreams sind generell Speicherhungrig, besonders in hoher Auflösung (1080p, 30FPS). Durch das Hardware-Encoding können wir sogar fast ohne Verluste unser Spielgeschehen aufzeichnen und gleichzeitig ins Internet streamen.

Zusätzliche Hardware

Maus und Tastatur benötigen wir nur für die Installation. Danach gibt es ein Tool Namens Synergy mit welchem wir die Maus und Tastatur von unserem Hauptrechner mit dem Zweit-PC über das Netzwerk verbinden. Wichtig für das Netzwerk am Rande: benutze immer eine Kabelverbindung. WLAN ist störanfällig und gerade bei einem Livestream kommt es auf eine gute, störungsfreie Verbindung an. Damit ich intern von meinem Hauptrechner zum Zweit-PC eine schnelle verbindung habe, benutze ich einen Gigabit-Switch von TP-Link. Die Teile gibt es für um die 20€ bei einem Händler deines Vertrauens. Passende Netzwerkkabel am besten gleich mitbestellen…

Damit deine Stimme in den Aufnahmen auch gut zu hören ist benutze ich ein USB-Mikrofon von Rode. Ich weiß, die Teile sind relativ teuer aber das Rode NT-USB ist das ideale Einsteigergerät mit moderatem Preis (ca. 169€). Das einzige Problem sind dann Lüftergeräusche im Hintergrund. Also den PC unter den Schreibtisch stellen. Bei Bedarf auch gerne noch eine Halterung für das Mikrofon (ca. 20€) kaufen, falls einem das Tischstativ nicht zusagt.

Als Headset setze ich derzeit ein günstiges USB-Headset von Plantronics ein. Dieses wird auch an den Zweit-PC angeschlossen und ist für die Kommunikation im Teamspeak. Die Spiele meines Hauptrechners spiele ich immer über die an HDMI angeschlossenen Lautsprecher. Ich habe eine HDMI-Anlage, weswegen ich vollen 5.1 Sound genießen kann. Der ist für das Livestreaming allerdings hinderlich. Deswegen sollte man beim Streaming immer in Stereo spielen, bedenke das viele deiner Zuschauer kein 5.1 System haben werden und mir kein Streaming-Portal mit 5.1 Sound Unterstützung bekannt ist.

Auf zu Teil 2…

Teil 2 erscheint demnächst… scrolle am besten nach ganz unten und registriere dich für unseren Newsletter – dann bist du immer informiert wenn es einen neuen Beitrag gibt!

Über den Autor Kalle

Ist ausgebildeter Fachinformatiker Systemintegration und beschäftigt sich in seiner Freizeit gerne mit Computern und Technik. Ist Mitgründer von Kandru, betreibt mehrere dedizierte Server und entwickelt verschiedene Projekte wie u.a. GameMaster (Gamespy Alternative).

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